Psyche - Psychische Gesundheit

Was  ist „Denken”?

„Denken” besteht in bewegten Vorstellungen. Vorstellungen sind Abbildungen der Welt – oder auch Abbildungen von uns selbst in der Welt, in unserem Gehirn. Unsere Vorstellungen bewegen sich entlang unseres Tuns, und unser Verhalten wiederum besteht nicht nur in Bewegungen unseres Körpers, sondern auch in Veränderungen unserer Mimik, unseres Muskelzustandes, unserer Atmung, usw. Grundsätzlich alles, was wir wahrnehmen können, ist auch in unserem Kopf abgebildet und kann dort auch unabhängig existieren bzw. ist in unserem neuronalen System repräsentiert und kann jederzeit abgerufen werden. Die Unabhängigkeit unserer Vorstellung von einer aktuellen realen Gegebenheit ermöglicht uns eine Bewegung, auch ohne dass wir diese Bewegung tatsächlich körperlich ausführen. Diese Abstraktion des Konkreten kann als „Denken” bezeichnet werden. Unsere Vorstellungen bewegen sich immer entlang von konkreten Bildern. Die Sprache in ihrer Abstraktheit ist in der Lage, die konkreten Bilder in Bewegung zu setzen, oder auch neue Bilder zu erzeugen. Dazu ein Beispiel: Stellen sie sich ein Auto auf einer Landstraße vor. Jeder Leser wird sich etwas anderes, aber sehr konkretes, vorstellen: ein Dodge in einer Wüste oder ein BMW in einem Mittelgebirge, usw. Die sprachliche Aufforderung, sich ein Auto vorzustellen, ist abstrakt, weil sie viele Möglichkeiten erlaubt. Was wir uns jedoch tatsächlich vorstellen, ist ein Bild, und dieses ist höchst konkret. Auch, wenn sie ständig andere Bilder eines Autos auf einer Landstraße in sich hervorrufen, so sind und bleiben diese jeweils konkret. Um denken zu können sind also Vorstellungen in Form konkreter Bilder nötig, und es wird außerdem eine Sprache erfordert, die in ihrer Abstraktheit in der Lage ist, Bilder zu erzeugen und diese auch in Bewegung zu setzen. Die Grundlage für die konkreten Vorstellungen und die abstrakte Sprache, die als abstrakter Motor des Konkreten fungiert, ist die unglaubliche Hardware unseres Gehirns, die ständig in Bewegung, Veränderung und Entwicklung begriffen ist. Das Denken von Tieren ist nach dieser Definition nur sehr eingeschränkt möglich, da es ihnen an einer Sprache mangelt, mit der sie Bilder in Bewegung versetzen könnten.  Kurze Abfolgen von weniger komplexen Bildern und die Planung einfacher Abfolgen eines Tuns sind intelligenteren Tieren natürlich möglich, da dies kein sprachliches Gerüst erfordert. Je komplexer die Bezüge und Assoziationen sind, die ein Lebewesen zu einer Situation herstellen kann, desto komplexer und differenzierter wird auch die erfolgende Reaktion. Die Planung einer komplexen Handlung erfordert eine erhebliche Rechenleistung.