Psyche - Psychische Gesundheit

Depression

Mit „Depression” wird ein Zustand bezeichnet, der davon gekennzeichnet ist, keinen Antrieb mehr zu haben, gefühlsleer zu sein und alles als sinnlos anzusehen. Damit einher geht Appetitlosigkeit, Aktivitätenverlust, Libidoverlust und Rückzug aus sozialen Kontakten. Diese rein symptomatische Beschreibung ist allerdings sehr oberflächlich und es gibt sehr logische Gründe für die Entstehung von Gefühlsleere und Sinnlosigkeit. Diese Logik entlarvt auch die Oberflächlichkeit der Sicht, die Ursache läge im Stoffwechsel.

Wie kommt es also dazu?
Aus drei Gründen: durch Beziehungslosigkeit, durch das Vorherrschen von ängstlicher Bewegtheit und durch emotionale Nicht-Entwicklung. Betrachten wir die Gründe etwas genauer. Emotionen werden vor allem durch den zwischenmenschlichen Kontakt ausgelöst. Durch Emotionen werden wir in „Motion”, also in Bewegung gesetzt bzw. aktiviert, und dies je nach Erfordernis und Anlass in Richtung Enge/Sensibilität/Sorge (Angst), Weite/Beweglichkeit/Offenheit (Freude), Härte/Deutlichkeit/Entschlossenheit (Wut) oder Weichheit/Bedächtigkeit/Verlangsamung (Traurigkeit). Wenn die Häufigkeit, Qualität oder Intensität der Bezugnahme zu gering ist, so gibt es keinen oder nur wenig Anlass zur Auslösung von Emotionen. Ohne guten Kontakt gibt es keinen Grund mehr zur Freude und auch keinen Adressaten mehr für  Traurigkeit, Wut oder Angst.

  • Beziehungslosigkeit bzw. nicht erfüllende Beziehungen lassen die Emotionen verebben.

Ein weiterer Grund, dass Freude, Traurigkeit und Wut nicht mehr ausgelöst werden, ist dann gegeben, wenn die Emotionalität eines Menschen in Richtung der Angst ausgelenkt ist, z. B. weil bedrohliches oder hilflos machendes im Leben überwiegt. Wenn auf der körperlichen Ebene Anspannung und Verengung zum Dauerzustand werden, so gibt es keine Leichtigkeit und Beweglichkeit mehr, aber auch keine Erschlaffung/Schwere und auch keine angespannte Aktivierung mehr.

  • Vorherrschen von Angst, so dass dieser Körperzustand vor allem Freude, aber auch Wut und Traurigkeit weitgehend ausschließt.

Sehr verbreitet ist der Irrtum, Depression habe etwas mit Traurigkeit zu tun. Wenn Menschen traurig sind, so sind sie mitnichten leer oder unbewegt, sondern zutiefst bewegt. Und ein Mensch kann in seiner Traurigkeit sehr gut bei sich selbst sein. Wenn sich ein Mensch in seiner Traurigkeit jedoch zurückzieht und damit selbst isoliert, so schneidet er sich von dem ab, was ihn emotionalisieren und vor allem freuen könnte.
Was ist im Vergleich dazu „Burn-out”?
Im beruflichen Kontext ist es möglich, dass es trotz der bestehenden Kontakte zu einer Ent-Emotionalisierung kommt, wenn die Kontakte nicht erfüllend, unterstützend und wertschätzend sind. Wenn durch den Leistungsdruck außerdem die Angst zur vorherrschenden Emotion wird, so sind sogar beide oben genannten Gründe für eine Depression gegeben. Leider gibt es unzählige Vorgesetzte, die herumbrüllen, nicht einfühlsam sind, Angst verbreiten und gleichzeitig keine Wertschätzung ausdrücken können. Ohne eine wertschätzende Bezugnahme auf gleicher Augenhöhe ist keine Freude und damit keine Leichtigkeit und Beweglichkeit zu erwarten. Das Phänomen des „Burn-out” hat die selben Gründe wie eine Depression und auch das gleiche Erscheinungsbild. Der einzige Unterschied ist, dass erschreckenderweise sogar ein zwischenmenschliches Umfeld so beziehungslos und ängstigend sein kann, dass die emotionale Balance verlorengeht. Die Balance bestünde in einer genügenden Ausgeglichenheit zwischen Anspannung (Wut und Angst) und Entspannung/Erschlaffung (Freude und Traurigkeit), Beschleunigung und Langsamkeit, Weite und Enge.

Der Zustand der Emotionslosigkeit (Depression) zeigt sich natürlich auch in einem veränderten Körperzustand. Die Freudlosigkeit wird darin messbar, dass die entsprechenden Botenstoffe auch nicht mehr ausgeschüttet werden. Deshalb zu meinen, dass im Körperlichen die Ursache liege, ist eine falsche Schlussfolgerung! (siehe dazu die ausführliche Beweisführung in meinem Buch)
Die emotionale Entwicklung ergibt sich aus der zwischenmenschlichen Bezugnahme ab der Geburt. Depression tritt niemals einfach so auf und ist nicht das Ergebnis eines körperlichen Defektes. In dem Augenblick, wo die entsprechende Ursache nicht mehr wirksam ist – Beziehungslosigkeit oder vorherrschende Angst – , verschwindet die Depression, wenn der betroffene Mensch Beziehungen gut gestalten kann. Leider ist es aber gar nicht so leicht, Beziehungen gut zu gestalten und ein emotional reaktionsfreudiger Mensch zu werden. Dies ist auch deshalb so, weil durch die negative Sicht auf Traurigkeit, Angst und Wut diese Bewegtheiten bekämpft werden und somit zwischenmenschlich nicht gut verankert zur Verfügung stehen.
Der schwerwiegendste und am schwersten zu verändernde Grund für Emotionslosigkeit liegt in mangelhafter emotionaler Entwicklung. Wenn ein Mensch nicht ab Kindesbeinen in der Äußerung von Freude, Traurigkeit, Wut und Angst bestärkt wird und lernt deren Potenzial zu entfalten und die Gefahren zu entschärfen, so wird er seine volle Lebendigkeit nur ungenügend entfalten. Er ist damit prinzipiell von vornherein näher an der emotionalen Leere/Depression. Ohne die emotionalen Beziehungswerkzeuge ist Bezugnahme nicht erfolgreich gestaltbar.

  • Die emotionale Nicht-Entwicklung ist deshalb die dritte und wesentlichste Ursache zur Entstehung von Gefühlsleere und Emotionslosigkeit (Depression).

Eine Psychotherapie sollte deshalb im wesentlichen darin bestehen, einen Menschen in seiner emotionalen Entwicklung zu unterstützen um seine volle Lebendigkeit zu entfalten. Leider ist das weit davon entfernt, die bestehende Lehrmeinung zu sein oder überhaupt bekannt zu sein und ein ent-negativiertes Verstehen der Emotionen fehlt gänzlich. Neben der Freude werden wir auch durch Traurigkeit, Wut und Angst aktiviert und durch diese lebendig. Die Lebendigkeit ist das wichtigste was wir Menschen haben. Es gilt „Ich fühle also bin ich“, wie der Hirnforscher Damasio so treffend getitelt hat.
Was wir fühlen können und meine Gefühlstheorie, siehe http://www.emotionale-entwicklung.de/koennen-wir-fuehlen/

Was emotionale Entwicklung ist siehe auch das Erklärungsvideo „emotionale Entwicklung“ link zum Erklärungsvideo, die weiteren erklärenden Texte auf dieser Internetseite und ganz ausführlich mein Buch „Die Ent-Negativierung des Menschen“ (link zum Buch auf amazon!)
Beschreiten Sie den schwierigeren Weg und beginnen Sie mit der Ent-Negativierung ihres Fühlens, der Kultivierung der Emotionen, der Entfaltung der Potenziale der Emotionen und der Entschärfung ihrer Gefahren. Lesen Sie das Buch und geben Sie das Wissen weiter. Machen Sie die auf dieser Seite angebotenen Gefühlsübungen und lernen Sie ihre eigene Bewegtheit zu erspüren, zu entwickeln und verständnisvoll zu begleiten.

Lesen sie auch „Schluss mit der Inflation des Fühlens“ im blogBereich http://www.emotionale-entwicklung.de/schluss-mit-der-inflation-des-fuehlens/

Studieren Sie die ganze Internetseite und fahren Sie dann fort mit dem Buch 🙂